18. Juni 2026

Hemmung der Verjährung durch Ratenzahlung

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Das Wichtigste im Überblick

Viele Verbraucher gehen davon aus, dass alte Forderungen nach Ablauf der Verjährungsfrist automatisch erledigt sind. Allerdings kann die Verjährung durch bestimmte Handlungen beeinflusst werden. Besonders relevant ist dabei die Frage, welche Auswirkungen eine Ratenzahlung auf die Verjährung hat.

Tatsächlich kann eine vereinbarte oder geleistete Ratenzahlung dazu führen, dass die Verjährung gehemmt wird oder sogar neu beginnt. Für Gläubiger ist es deshalb wichtig, die rechtlichen Folgen genau zu kennen.

Was bedeutet Verjährung bei Forderungen?

Die Verjährung ist ein gesetzlicher Mechanismus, der Schuldner davor schützen soll, unbegrenzt mit alten Forderungen konfrontiert zu werden. Nach Ablauf der Verjährungsfrist kann der Schuldner die sogenannte „Einrede der Verjährung“ erheben.

Das bedeutet:

  • Die Forderung erlischt nicht automatisch.
  • Der Gläubiger kann weiterhin Zahlung verlangen.
  • Der Schuldner darf die Zahlung jedoch verweigern.
  • Eine gerichtliche Durchsetzung ist regelmäßig nicht mehr möglich.

Die gesetzliche Grundlage findet sich insbesondere in den §§ 194 ff. BGB.

Wann verjähren Forderungen?

Die regelmäßige Verjährungsfrist beträgt in Deutschland drei Jahre.

Die Frist beginnt grundsätzlich:

  • am Ende des Jahres,
  • in dem die Forderung entstanden ist und
  • der Gläubiger Kenntnis von den anspruchsbegründenden Umständen hatte oder hätte haben müssen.

Gibt es unterschiedliche Verjährungsfristen?

Ja. Je nach Art der Forderung können unterschiedliche Fristen gelten.

Häufige Verjährungsfristen im Überblick

ForderungsartVerjährungsfrist
Regelmäßige Zahlungsforderungen3 Jahre
Titel aus gerichtlichen Entscheidungen30 Jahre
Schadensersatzansprüchemeist 3 Jahre
Ansprüche aus Grundstücksrechtenbis zu 10 Jahre
Herausgabeansprüche aus Eigentumbis zu 30 Jahre

Was bedeutet Verjährung überhaupt?

Die Verjährung schützt Schuldner davor, unbegrenzt mit alten Forderungen konfrontiert zu werden. Nach Ablauf der Verjährungsfrist kann der Schuldner die sogenannte Einrede der Verjährung erheben.

Das bedeutet:

  • Die Forderung erlischt nicht automatisch.
  • Der Gläubiger kann weiterhin Zahlung verlangen.
  • Die Forderung ist jedoch häufig nicht mehr gerichtlich durchsetzbar.

Die regelmäßige Verjährungsfrist beträgt nach deutschem Recht grundsätzlich drei Jahre.

Was ist eine Hemmung der Verjährung?

Bei einer Hemmung wird der Ablauf der Verjährungsfrist vorübergehend angehalten.

Während der Hemmung läuft die Verjährungsfrist nicht weiter. Nach Ende der Hemmung wird die verbleibende Frist fortgesetzt.

Eine Hemmung kann beispielsweise eintreten durch:

  • Verhandlungen zwischen den Parteien,
  • gerichtliche Mahnverfahren,
  • Klageerhebung,
  • bestimmte Vollstreckungsmaßnahmen.

Führt eine Ratenzahlung zur Hemmung der Verjährung?

Eine Ratenzahlung kann zu einer Hemmung der Verjährung führen. Entscheidend ist insbesondere, ob in der Ratenzahlung ein sogenanntes Anerkenntnis der Forderung liegt.

Denn: Ein Anerkenntnis kann dazu führen, dass die Verjährung gemäß § 212 BGB neu beginnt.

Das bedeutet: Die bisher abgelaufene Verjährungszeit wird praktisch zurückgesetzt und die Frist startet erneut.

Wann liegt ein Anerkenntnis vor?

Ein Anerkenntnis kann ausdrücklich oder konkludent erfolgen.

Beispiele für ein mögliches Anerkenntnis

  • Vereinbarung einer Ratenzahlung
  • Tatsächliche Teilzahlungen
  • Schriftliche Bestätigung der Schuld
  • Zinszahlungen
  • Bitte um Stundung

Bereits kleine Zahlungen können unter Umständen als Anerkenntnis gewertet werden.

Unterschied zwischen Hemmung und Neubeginn der Verjährung

Die Begriffe werden häufig verwechselt, rechtlich bestehen jedoch wichtige Unterschiede.

Hemmung der VerjährungNeubeginn der Verjährung
Frist wird pausiertFrist beginnt komplett neu
Bereits verstrichene Zeit bleibt erhaltenFrühere Zeit wird nicht angerechnet
Beispiel: laufende VerhandlungenBeispiel: Anerkenntnis durch Teilzahlung

Gerade bei Ratenzahlungen kommt es häufig eher zu einem Neubeginn der Verjährung als zu einer bloßen Hemmung.

Welche Vorteile haben Gläubiger?

Für Gläubiger können Ratenzahlungsvereinbarungen sinnvoll sein, da sie:

  • die Zahlungsbereitschaft erhöhen,
  • ein Anerkenntnis dokumentieren,
  • die Durchsetzbarkeit der Forderung verlängern können.

Wichtig ist jedoch eine rechtssichere Gestaltung der Vereinbarung.

Wie sollte eine Ratenzahlungsvereinbarung gestaltet sein?

Eine schriftliche Vereinbarung schafft Klarheit für beide Seiten.

Typische Inhalte sind:

  • Höhe der Gesamtforderung,
  • Anzahl und Höhe der Raten,
  • Zahlungsfristen,
  • Anerkennung der Forderung,
  • Folgen bei Zahlungsverzug.

Je nach Einzelfall kann anwaltliche Unterstützung sinnvoll sein.

Was gilt bei bereits verjährten Forderungen?

Besondere Vorsicht gilt bei Forderungen, die möglicherweise bereits verjährt sind.

Denn auch hier kann eine Teilzahlung oder ein Anerkenntnis rechtliche Folgen haben. Unter Umständen kann der Schuldner dadurch auf die Einrede der Verjährung verzichten oder die Durchsetzbarkeit der Forderung wieder stärken.

Vor jeder Kontaktaufnahme oder Zahlung sollte daher geprüft werden:

  • Ist die Forderung tatsächlich verjährt?
  • Liegt bereits ein Titel vor?
  • Gab es frühere Hemmungen oder Unterbrechungen?

Ratenzahlungen können erhebliche Auswirkungen auf die Verjährung haben

Eine Ratenzahlung wirkt sich häufig unmittelbar auf die Verjährung einer Forderung aus. Insbesondere Teilzahlungen oder Anerkenntnisse können dazu führen, dass die Verjährungsfrist erneut beginnt.

Gläubiger sollten die rechtlichen Folgen sorgfältig prüfen, bevor Vereinbarungen getroffen oder Zahlungen geleistet werden.

Gerade bei älteren Forderungen empfiehlt sich eine rechtliche Bewertung, um finanzielle Nachteile zu vermeiden.

Häufig gestellte Fragen

Kann eine Teilzahlung die Verjährung neu starten?

Ja. Bereits eine einzelne Teilzahlung kann unter Umständen als Anerkenntnis gewertet werden und die Verjährung neu beginnen lassen.

Kann ein Gläubiger Was ist der Unterschied zwischen Hemmung und Neubeginn? Verjährung Geld verlangen?

Bei der Hemmung wird die laufende Frist pausiert. Beim Neubeginn startet die Verjährungsfrist vollständig neu.

Sollte ich eine Ratenzahlungsvereinbarung unterschreiben?

Vor einer Unterschrift sollte geprüft werden, welche rechtlichen Folgen die Vereinbarung hat – insbesondere bei älteren oder möglicherweise verjährten Forderungen.

Können auch verjährte Forderungen durch Teilzahlungen problematisch werden?

Ja. Teilzahlungen oder Anerkenntnisse können Auswirkungen auf die rechtliche Bewertung bereits verjährter Forderungen haben.

Wie lange dauert die regelmäßige Verjährungsfrist?

Die regelmäßige Verjährungsfrist beträgt grundsätzlich drei Jahre, sofern keine Sonderregelungen gelten.

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